Wie viel Sackgeld ist üblich, ab welchem Alter, in welchem Rhythmus. Die Richtwerte stammen vom Dachverband Budgetberatung Schweiz und sind ein Vorschlag, kein Massstab: Betrag und Rhythmus bestimmt ihr.
Ab wann Sackgeld?
Sackgeld ist Geld, über das ein Kind frei verfügen darf — für Süssigkeiten, Kino oder die Badi. Es ist die einfachste Art, früh den Umgang mit Geld zu üben: einteilen, sparen, auch mal einen Fehlkauf machen und daraus lernen.
Der richtige Zeitpunkt
Ein guter Start ist, wenn das Kind den Wert von Geld versteht und zu rechnen beginnt — meist zu Beginn der Primarschule, also um die sechs Jahre.
Im Kindergarten wird in der Regel noch kein festes Sackgeld empfohlen. Was dort schon gut funktioniert, ist spielerisches Heranführen: gemeinsam mit Bargeld im Laden bezahlen, das Wechselgeld anschauen, über Preise sprechen.
Es gibt keinen Stichtag. Wenn euer Kind mit fünf schon rechnet und fragt, spricht nichts dagegen — und wenn es mit sieben noch keinen Bezug dazu hat, auch nicht.
Wie viel und wie oft?
Die folgenden Beträge sind Empfehlungen, keine Vorgaben. Sie müssen zum Budget der Familie passen — was bei euch geht, entscheidet ihr.
Alter
Stufe
Auszahlung
6 Jahre
Unterstufe
CHF 3.00 wöchentlich
7 Jahre
Unterstufe
CHF 4.00 wöchentlich
8 Jahre
Unterstufe
CHF 5.00 wöchentlich
9 Jahre
Mittelstufe
CHF 15.00 alle zwei Wochen
10 Jahre
Mittelstufe
CHF 18.00 alle zwei Wochen
11 Jahre
Mittelstufe
CHF 20.00 alle zwei Wochen
12 Jahre
Oberstufe
CHF 50.00 monatlich
13 Jahre
Oberstufe
CHF 60.00 monatlich
14 Jahre
Oberstufe
CHF 70.00 monatlich
15 Jahre
Oberstufe
CHF 80.00 monatlich
Dachverband Budgetberatung Schweiz, Richtwerte 2025/2026; ebenso empfohlen von Pro Juventute.
Was nicht dazugehört
Die Tabelle zeigt nur den frei verfügbaren Betrag. Grössere gebundene Ausgaben — Handy-Abo, Kleider, Fahrkosten — gehören nicht dazu und werden ab der Oberstufe üblicherweise als separates Budget geführt.
Warum der Rhythmus mit dem Alter wechselt
Kleine Kinder können noch nicht über lange Zeiträume planen. Wer mit sechs einen Monatsbetrag bekommt, hat ihn am dritten Tag ausgegeben und danach vier Wochen nichts — das ist keine Lernerfahrung, sondern nur Frust.
Mit zunehmendem Alter wird der Abstand deshalb grösser:
wöchentlich bis acht Jahre
alle zwei Wochen von neun bis elf
monatlich ab zwölf
Jeder Schritt ist eine kleine Übung im Einteilen. Der Wechsel muss nicht am Geburtstag passieren — er passt dann, wenn ihr merkt, dass das Kind mit dem längeren Zeitraum zurechtkommt.
Der Auszahltag
Wählt einen festen Tag und behaltet ihn bei. Ein verlässlicher Rhythmus ist mehr wert als der genaue Betrag: das Kind kann sich darauf einstellen, und ihr müsst nicht jedes Mal neu daran denken.
Die wichtigsten Regeln
Regelmässig und unaufgefordert auszahlen
Sackgeld kommt verlässlich zum vereinbarten Zeitpunkt — unabhängig vom Verhalten oder den Schulnoten. Das Kind soll nicht darum bitten müssen.
Nicht als Belohnung oder Strafe
Sackgeld zu kürzen oder für gute Noten aufzustocken ist als Erziehungsmittel ungeeignet. Es macht aus einer Übung im Umgang mit Geld ein Druckmittel — und beides zusammen funktioniert nicht.
Kein Vorschuss
Ist das Geld vor dem nächsten Termin weg, muss das Kind warten. Genau dadurch entsteht der Lerneffekt. Das auszuhalten ist für Eltern oft schwerer als für das Kind.
Mithilfe im Haushalt nicht ans Sackgeld koppeln
Alltägliche Mithilfe ist selbstverständlich und wird nicht verrechnet. Für grössere Arbeiten, die über das Übliche hinausgehen, könnt ihr getrennt davon etwas vereinbaren.
Frei verfügbar lassen
Das Kind entscheidet selbst, wofür es das Sackgeld ausgibt. Gemeinsam über Käufe zu sprechen hilft — Kontrolle über jeden einzelnen Kauf ist nicht nötig und nimmt der Sache den Sinn.
Der Übergang zum eigenen Konto
Mit zwölf bis vierzehn bekommen die meisten Kinder ein eigenes Bankkonto. Damit endet die Zeit, in der Sackgeld über Bargeld und Erinnerung läuft — und Batzenbank hat seinen Zweck erfüllt.
Was sich ändert
Der Betrag wandert auf ein Konto, das dem Kind gehört. Ein guter Moment, um über den Schlusssaldo zu sprechen und den Kontoauszug gemeinsam anzuschauen: was ist übergeben worden, was lag im Verwahrtopf, was ist daraus geworden.
Jugendlohn
Ab der Oberstufe verwenden manche Familien das Jugendlohn-Modell: Das Kind bekommt einen grösseren Betrag und übernimmt dafür selbst bestimmte Ausgaben — Kleider, Handy, Freizeit. Das ist ein echtes Budget, kein Sackgeld mehr, und es braucht eine klare Abmachung darüber, was davon bezahlt wird.
Lehrlingslohn
Beginnt eine Lehre, verdient das Kind eigenes Geld. Üblich ist, dass ein Teil davon für Kost und Logis abgegeben wird und der Rest zur freien Verfügung steht. Auch hier gilt: die Abmachung vorher besprechen, nicht nachträglich.
Denselben Ratgeber gibt es in der App, dort auch nach der Anmeldung und auf dem eingerichteten Gerät.